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12
Aug
2013

Die Pflicht ruft...

Heute war mein erster Arbeitstag in Lübeck. Als ich zurückkam, stapfte mir meine wutentbrannte Gattin entgegen und erzählte mir, was hier heute schon wieder los war:

Meine Frau versuchte am Nachmittag das Fahrrad über die Tiefgarage in den Fahrradkeller zu bugsieren. Während dessen klopfte mein Älterer mit seinem Bambusstock gegen die Aufhängung des Garagentors. Da kam die Dame aus dem ersten Stock wie eine Furie auf den Knaben zu. Mit erhobenem Zeigefinger maßregelte sie ihn aufs schärfste wegen seiner gröbsten Verfehlungen.
Da platzte meiner Gattin der Kragen. Sie klärte die Furie erst einmal darüber auf, wer hier den Erziehungsauftrag innehält und wie es sich mit den mitteleuropäischen Umgangsformen verhält. Daraufhin war erst einmal Ruhe.

Die erste Woche ist vorbei ...

Wir wandern die Strandallee entlang und unterhalten uns. Über die ganzen skurrilen Spießer, die einem hier in diese versnobbten Ort so begegnen. Da hören wir ein lautes Schimpfen hinter uns. Ein garstiges und ungehaltenes Fluchen. Wir drehen uns um und sehen einen alten Zausel auf einem Rad, behängt mit allerlei prall gefüllten alten Plastiktüten. Er beschimpft einen imaginären Gegner, dem er so ziemlich alles an den Hals wünscht.
Keifenderweise eiert er an mir vorbei und ich denke mir: "Endlich mal normale Leute!"

...

Wir sind mittlerweile am Samstag angelangt (der 10. August). Das Wetter war nicht mehr so rosig, aber trocken. Also haben wir beschlossen etwas nach Timmendorf zu wandern und in eine Cocktailbar zu gehen.
Meiner Frau fielen vor dem Gehen noch tausend Sachen ein (Toilette, Lippencreme, andere Schuhe, ...). In der Zwischenzeit schnappte sich mein Großer einen kleinen Bambusstock und wanderte durch den Vorgarten. Unter einer großen Eiche stocherte er im Dreck (wohlgemerkt: im Dreck, nicht in irgendwelchen Pflanzen). Da hörte ich auf einem Ohr ein vehementes Klopfen an der Scheibe im ersten Stock und ein Keifen durch verschlossenes Fensterglas.
Der Große (sonst nicht zimperlich) kam ganz verstört zu mir. Auf die Frage was denn los sei, meinte er, die Frau hätte gerufen, er solle die Pflanzen nicht kaputt machen.
Ich habe mir die Misere angesehen und habe gefunden: nichts! Nur Erde und darin ein paar Buchstaben eingeritzt.
Zur Rede stellen konnte man die Alte auch nicht, da sie sich sicherheitshalber nicht am Fenster blicken lies (vielleicht musste sie zum Balkon um dort die Einhaltung des korrekten Wasserumgangs zu überwachen).
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Was man in Timmendorf so alles erlebt...

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